Kalium

Dieser Stoff ist wichtig für unseren Körper

Kalium ist ein echtes Power-Mineral, das unseren Körper auf Hochtouren hält – es steuert Nervenimpulse, reguliert den Blutdruck und sorgt dafür, dass unser Herz im richtigen Takt schlägt. Doch ein Ungleichgewicht kann gefährliche Folgen haben – von Muskelkrämpfen bis hin zu schweren Herzproblemen. Die gute Nachricht: mit der richtigen Ernährung lässt sich der Kaliumspiegel gezielt steuern. Doch welche Lebensmittel sind die besten Kaliumlieferanten?

Was ist Kalium?

Kalium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe im menschlichen Körper und spielt bei vielen biologischen Prozessen eine entscheidende Rolle. Als positiv geladenes Ion (Kation) kommt es vor allem im Zellinneren vor und sorgt für die elektrische Spannung an den Zellmembranen. Diese Spannung ist für die Signalübertragung zwischen Nerven- und Muskelzellen unerlässlich.

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Kalium ist seine Funktion bei der Regulation des Säure-Basen-Haushalts. Der Körper nutzt Kalium, um den pH-Wert stabil zu halten, indem es im Austausch mit Protonen zwischen dem Zellinneren und dem Zelläusseren transportiert wird. Ausserdem trägt Kalium zur Aufrechterhaltung eines gesunden Blutdrucks bei, weshalb eine ausreichende Kaliumzufuhr insbesondere bei Bluthochdruck empfohlen wird.

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  • Frisches Obst und Gemüse enthalten mehr Kalium als gekochte oder tiefgekühlte Varianten. Beim Garen oder Einweichen geht ein grosser Teil des Minerals ins Wasser über, weshalb das Kochwasser stets weggeschüttet werden sollte, wenn eine kaliumärmere Ernährung angestrebt wird.
  • Das Hormon Aldosteron steuert den Kaliumhaushalt. Ist der Kaliumspiegel im Blut zu hoch, produziert der Körper vermehrt Aldosteron, um die Elimination über die Nieren zu fördern. Bei einem niedrigen Kaliumwert wird hingegen weniger Aldosteron gebildet, sodass der Körper das Mineral besser zurückhält und ein Gleichgewicht aufrechterhält.

Welche Aufgaben hat Kalium im Körper?

Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen. Durch den gezielten Austausch von Kalium- und Natriumionen an den Zellmembranen entsteht eine elektrische Spannung, die Nervenzellen aktiviert. Dieser Mechanismus ermöglicht unter anderem Bewegungen, Reflexe und die Funktion des Herzmuskels. Ein unausgeglichener Kaliumspiegel kann die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln beeinträchtigen und zu Muskelkrämpfen oder Herzrhythmusstörungen führen.

Etwa 60% des menschlichen Körpers besteht aus Wasser, das sich sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Zellen befindet. Kalium ist der wichtigste Elektrolyt innerhalb der Zellen und steuert die Wassermenge in den Zellen. Natrium hingegen reguliert den Wasserhaushalt ausserhalb der Zellen. Beide wirken gemeinsam mit anderen Elektrolyten wie Chlorid, um den osmotischen Druck und das Flüssigkeitsgleichgewicht aufrechtzuerhalten.

Eine ausreichende Kaliumzufuhr trägt zur Regulierung des Blutdrucks bei. Kalium unterstützt die Ausscheidung von überschüssigem Natrium, das sonst zu Bluthochdruck führen kann. Studien zeigen, dass eine kaliumhaltige Ernährung helfen kann, den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Durch seine blutdrucksenkende Wirkung verringert Kalium auch das Schlaganfallrisiko. Studien zeigen, dass Personen mit einer höheren Zufuhr von Kalium ein um bis zu 24% geringeres Schlaganfallrisiko haben als Personen mit einer niedrigeren Kaliumaufnahme.

Kalium kann zur Erhaltung der Knochendichte beitragen, indem es den Verlust von Kalzium über den Urin verringert. Eine verringerte Kalziumausscheidung schützt die Knochen und kann das Osteoporoserisiko senken.

Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des pH-Wertes im Körper. Da Kalium und Protonen (ebenfalls positiv geladene Teilchen) zwischen dem Zellinneren und dem Zelläusseren ausgetauscht werden können, hilft es, das Säure-Basen-Gleichgewicht zu stabilisieren und einer Übersäuerung entgegenzuwirken.

Ausserdem ist es ein wichtiger Bestandteil vieler Enzyme, die für die Eiweisssynthese und den Zellstoffwechsel notwendig sind. Es unterstützt die Bildung von Proteinen, die für das Zellwachstum, den Muskelaufbau und viele andere Körperfunktionen wichtig sind.

Kaliumsalze werden traditionsgemäss verwendet, um die Entfernung von überschüssiger Flüssigkeit aus dem Körper zu unterstützen. Es fördert die Ausscheidung von Natrium, was wiederum die Urinproduktion anregt und Wassereinlagerungen reduzieren kann.

Wann wird der Kalium-Wert bestimmt?

Die Bestimmung des Kaliumspiegels im Blut ist notwendig, wenn der Verdacht auf einen Kaliummangel oder einen Kaliumüberschuss besteht. Da Kalium eine zentrale Rolle für Nerven, Muskeln und das Herz-Kreislauf-System spielt, können Abweichungen gesundheitliche Probleme verursachen. Typische Anzeichen für einen Kaliummangel sind Muskelkrämpfe, Müdigkeit oder Herzrhythmusstörungen, während ein Kaliumüberschuss zu Muskelschwäche, Kribbeln und auch zu Herzproblemen führen kann.

Eine regelmässige Kontrolle ist auch bei derEinnahme bestimmter Medikamente erforderlich, die den Kaliumhaushalt beeinflussen. Dazu gehören Entwässerungsmittel (Diuretika), die den Kaliumverlust über die Nieren erhöhen, und Herzglykoside, die bei Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Auch Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen können die Kaliumkonzentration verändern.

Besonders wichtig ist die Kaliumkontrolle bei Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Nierenleiden oder Bluthochdruck. Da die Nieren eine entscheidende Rolle bei der Kaliumausscheidung spielen, kann eine eingeschränkte Nierenfunktion zu einem Kaliumüberschuss führen. Gleichzeitig beeinflusst Kalium den Blutdruck, weshalb sowohl Menschen mit hohem als auch mit niedrigem Blutdruck ihren Kaliumspiegel regelmässig kontrollieren lassen sollten. Eine rechtzeitige Bestimmung des Kaliumwerts kann helfen, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Wie nehmen Sie am liebsten Kalium zu sich?

durch frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse
durch Nahrungsergänzungsmittel
ich achte nicht bewusst darauf
durch eine ausgewogene Ernährung ohne spezielle Kontrolle
ich wusste nicht, dass ich darauf achten sollte
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Kalium-Wert: Wie viel ist normal?

Der Kaliumwert im Körper ist ein wichtiger Indikator für die Gesundheit und wird anhand festgelegter Normwerte im Blut und Urin beurteilt. Bei Erwachsenen gilt ein Kaliumwert zwischen 3.5 und 5.1 mmol/l als normal. Abweichungen können auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Der Tagesbedarf an Kalium liegt bei mindestens 4 Gramm, was durch eine ausgewogene Ernährung in der Regel problemlos erreicht werden kann.

Ein zu hoher Kaliumwert – also eine Hyperkaliämie – beginnt ab etwa 5.2 mmol/l. Ab einem Wert von über 6.0 mmol/l besteht akute Gefahr für das Herz. In solchen Fällen ist eine schnelle medizinische Behandlung notwendig, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Die Kaliumkonzentration im Blut ist nicht konstant und variiert mit dem Alter. Bei Neugeborenen kann sie in den ersten Tagen nach der Geburt zwischen 3.2 und 5.5 mmol/l liegen, bei Kindern zwischen 1 und 16 Jahren zwischen 3.3 und 4.6 mmol/l. Trotz dieser leichten Schwankungen bleibt der Kaliumspiegel lebenslang relativ stabil.

Neben der Blutuntersuchung kann auch eine Urinprobe Aufschluss über den Kaliumhaushalt geben. Der normale Kaliumwert im 24-Stunden-Sammelurin liegt zwischen 30 und 100 mmol/l. Ein stark erniedrigter Wert kann darauf hinweisen, dass der Körper Kalium über die Nieren oder den Darm verliert, was bei einem Mangel weiter abgeklärt werden sollte. Insbesondere während des Fastens kann der Kaliumwert im Urin bis auf 10 mmol/l absinken.

Deckt die tägliche Ernährung den Kalium-Bedarf?

Mit der täglichen Nahrung wird in der Regel genügend Kalium aufgenommen, so dass ein Mangel selten ist. Im Durchschnitt nimmt der Mensch etwa 2 bis 3 Gramm Kalium pro Tag mit der Nahrung auf. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird der Kaliumbedarf in der Regel problemlos gedeckt.

Es gibt jedoch Situationen, in denen der Körper mehr Kalium benötigt. Insbesondere Menschen mit Bluthochdruck, Herzkrankheiten oder nach einem Schlaganfall sollten täglich 4 bis 5 Gramm Kalium zu sich nehmen, um die Herzgesundheit zu unterstützen. Auch Stress, Magnesiummangel, hoher Salzkonsum, übermässiger Alkoholkonsum oder Mangelernährung können zu einem erhöhten Kaliumbedarf führen. Auch bei starkem Erbrechen, Durchfall, Verletzungen oder Abführmittelmissbrauch steigt der Bedarf, da der Körper mehr Elektrolyte verliert.

Insbesondere ältere Menschen sowie Personen mit Nieren- oder Lebererkrankungen sollten ihren Kaliumhaushalt regelmässig überprüfen lassen, da ihr Körper Kalium oft nicht mehr optimal verwerten oder ausscheiden kann. In diesen Fällen kann eine gezielte Anpassung der Ernährung oder eine ärztlich überwachte Kaliumzufuhr notwendig sein.

In welchen Lebensmitteln ist Kalium enthalten?

Besonders kaliumreiche Lebensmittel sind Hülsenfrüchte, Nüsse, Pilze, Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Spitzenreiter sind Pfifferlinge (5370 mg/100 g), Sojabohnen (1800 mg/100 g) und Kakaopulver (1500 mg/100 g). Auch Kichererbsen, weisse Bohnen und Linsen sind mit über 800 mg pro 100 g hervorragende Kaliumlieferanten. Nüsse wie Pistazien und Mandeln sowie grünes Gemüse wie Spinat und Petersilie enthalten ebenfalls hohe Mengen. Bananen, Kartoffeln und Aprikosen sind ebenfalls bekannt für ihren Kaliumgehalt, wenn auch etwas geringer (ca. 400-600 mg pro 100 g).

Kalium: so integrieren Sie den wichtigen Mineralstoff optimal in Ihre Ernährung

  • Setzen Sie auf getrocknete Früchte als Kaliumlieferanten. Getrocknete Aprikosen, Datteln und Pfirsiche enthalten besonders viel Kalium, da das Mineral durch das Trocknungsverfahren konzentriert wird. 100 Gramm getrocknete Aprikosen liefern beispielsweise bis zu 1'162 Milligramm Kalium – ein idealer Snack für zwischendurch.
  • Ergänzen Sie Ihre Ernährung mit Hülsenfrüchten und Nüssen. Linsen, Kichererbsen und Bohnen sind ausgezeichnete Kaliumquellen und liefern zudem wertvolle pflanzliche Proteine. Auch Nüsse wie Mandeln und Pistazien sind reich an Kalium und eignen sich hervorragend als gesunde Zwischenmahlzeit.
  • Behalten Sie die Schale bei der Zubereitung von Kartoffeln. Kalium ist in Kartoffeln besonders konzentriert, wenn die Schale erhalten bleibt. Eine mittelgrosse Kartoffel mit Schale kann bis zu 900 Milligramm Kalium enthalten. Backen oder dünsten Sie Kartoffeln, um möglichst viele Nährstoffe zu bewahren.
  • Vermeiden Sie Kaliumverluste beim Kochen. Dabei geht ein erheblicher Teil des Kaliums ins Kochwasser über. Um dies zu verhindern, dämpfen Sie Ihr Gemüse oder nutzen Sie das Kochwasser weiter, beispielsweise für Suppen oder Sossen.
  • Kaliumreiche Lebensmittel haben oft eine leicht harntreibende Wirkung. Daher sollten Sie ausreichend Wasser trinken, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und den Körper optimal mit Nährstoffen zu versorgen.
  • Wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden, müssen Sie besonders auf Ihren Kaliumkonsum achten, da eine zu hohe Zufuhr von Kalium gesundheitliche Risiken bergen kann. Lassen Sie Ihren Kaliumspiegel regelmässig ärztlich überprüfen.
  • Viele Diätsalze und natriumarme Fertiggerichte enthalten hohe Mengen an Kaliumchlorid. Wenn Sie Ihren Kaliumkonsum einschränken müssen, sollten Sie auf diese Produkte verzichten und stattdessen natürliche Gewürze verwenden.
  • Kaffee und Cola können den Kaliumhaushalt negativ beeinflussen, da sie die Kaliumausscheidung über die Nieren fördern. Trinken Sie stattdessen kaliumreiches Mineralwasser, um Ihren Mineralstoffhaushalt zu unterstützen.
  • Wenn Sie Ihren Kaliumkonsum regulieren müssen, können Sie kaliumreiche Lebensmittel mit kaliumarmen kombinieren. Beispielsweise gleicht Weissbrot mit Frischkäse und Tomate oder Hühnerschnitzel mit Reis den Kaliumgehalt aus.
  • Kalium und Magnesium arbeiten im Körper zusammen, um Muskel- und Nervenfunktionen zu unterstützen. Achten Sie deshalb auf eine ausgewogene Magnesiumzufuhr durch Lebensmittel wie Nüsse, Vollkornprodukte und grünes Gemüse.

Kalium ist ein wichtiger Mineralstoff, der zahlreiche Funktionen im Körper unterstützt und für das allgemeine Wohlbefinden unerlässlich ist. Es trägt zur Regulation des Flüssigkeitshaushalts, der Nerven- und Muskelfunktion sowie des Blutdrucks bei. Eine ausgewogene Ernährung mit kaliumreichen Lebensmitteln hilft, die körperliche Gesundheit zu erhalten und möglichen Mangelerscheinungen vorzubeugen.