Retinol gehört zur Gruppe der Retinoide und ist eine Form des Vitamin A, weshalb es oft auch einfach als Vitamin A bezeichnet wird. Dieses fettlösliche Vitamin ist für den menschlichen Körper unentbehrlich. Um es optimal aufnehmen zu können, benötigt der Körper eine kleine Menge Fett. Deshalb sollten Vitamin-A-haltige Lebensmittel am besten mit etwas Öl verzehrt werden.
Der Bedarf an Vitamin A wird in der Regel über die Nahrung gedeckt. Besonders reich an Vitamin A sind Leber, Lebertran, Eigelb, Butter und Sahne.
Vitamin A spielt eine zentrale Rolle für die Funktion der lichtempfindlichen Nervenzellen in der Netzhaut des Auges, die für das Sehen im Dunkeln wichtig sind. Ausserdem fördert Vitamin A die Gesundheit der Haut und der Schleimhäute von Lunge, Darm und Harnwegen und schützt vor Infektionen.
Retinol hat vielfältige positive Wirkungen auf die Haut. Es durchdringt das Stratum corneum, die oberste Hautschicht, und gelangt in die Dermis, die tiefere Hautschicht. Dort bindet es an spezielle Rezeptoren in den Zellen und entfaltet seine Wirkung.
In der Haut wird Retinol durch ein Enzym in seine aktive Form, das Retinal, umgewandelt. Diese aktive Form stimuliert verschiedene Zelltypen, darunter die hornbildenden Keratinozyten, Bindegewebszellen (Fibroblasten), Pigmentzellen (Melanozyten) und Immunzellen (Langerhanszellen).
Retinol fördert das Wachstum der Keratinozyten, wodurch die Hautschutzbarriere gestärkt und der Wasserverlust verringert wird. Es unterstützt die Kollagenbildung und schützt vor dem Abbau der Kollagenfasern, wodurch die Elastizität und Festigkeit der Haut verbessert wird. Ausserdem regt Retinol die Neubildung von Blutgefässen an, was die Hauterneuerung und die Durchblutung fördert.
Um wirksam zu sein, muss Retinol in einer Konzentration von mindestens 0.025 % verwendet werden, damit es gut in die Haut eindringen und seine Wirkung voll entfalten kann.
Retinsäure, Retinol und Retinal sind verschiedene Formen von Vitamin A, die jeweils unterschiedliche Wirkungen auf die Haut haben und vielfältige Vorteile bieten.
Retinsäure, auch Vitamin-A-Säure genannt, ist die biologisch aktive Form von Vitamin A und wird nur auf Rezept verwendet. Sie hat die stärkste Wirkung unter den Retinoiden, da sie direkt in der Haut wirkt. Retinsäure fördert die Zellerneuerung, reduziert feine Linien und Falten und verbessert die Hautstruktur, kann aber auch zu Hautirritationen führen.
Retinol ist das stärkste nicht rezeptpflichtige Retinoid. Es wird in der Haut langsam in Retinsäure umgewandelt, wodurch das Risiko von Hautreizungen verringert wird. Retinol glättet die Haut, reduziert die Zeichen der Hautalterung, öffnet verstopfte Poren und behandelt Akne und Pigmentflecken. Es stimuliert auch die Produktion von Kollagen und Hyaluronsäure, was die Wundheilung und die Hydratation der Haut fördert.
Retinal, auch Retinaldehyd genannt, ist Retinol ähnlich, wird aber schneller in Retinsäure umgewandelt, was es wirksamer, aber auch etwas reizender macht. Es verbessert die Hauttextur, reduziert Falten und Pigmentflecken und unterstützt die Behandlung von Akne.
Der Hauptunterschied liegt in der Wirkungsweise: Während Hyaluronsäure die Haut mit Feuchtigkeit versorgt, erhöht Retinol den Zellumsatz und regt die Kollagenproduktion an, um die Hautstruktur zu verbessern.
Beide können jedoch kombiniert werden, um eine synergistische Wirkung zu erzielen. Es wird empfohlen, zunächst ein Retinolprodukt in niedriger Konzentration aufzutragen und anschliessend ein Hyaluronsäure-Serum oder eine Hyaluronsäure-Creme zu verwenden, um die Haut zu befeuchten und zu beruhigen. Regelmässige Anwendung und Schutz vor Umwelteinflüssen sind entscheidend für optimale Ergebnisse.
Welche anderen Wirkstoffe kann man mit Retinol kombinieren?
Um einen maximalen Nutzen zu erzielen, kann Retinol mit einer Vielzahl anderer feuchtigkeitsspendender und hautberuhigender Wirkstoffe kombiniert werden. Dazu gehören Hyaluronsäure, Ceramide, Vitamin E, Aloe Vera und Vitamine der B-Gruppe wie Niacin.
Vorsicht ist allerdings bei der Kombination mit Vitamin C geboten, da das saure Vitamin die Wirkung von Retinol beeinträchtigen kann. Es wird daher empfohlen, Vitamin C morgens und Retinol abends einzunehmen, um eine bessere Wirkung zu erreichen.
Irritierende Wirkstoffe wie chemische Peelings, verschiedene Fruchtsäuren, Haarentfernung mit Wachs sowie alkoholhaltige Reinigungsprodukte sollten vermieden werden, da sie die Haut empfindlicher machen und zu Irritationen führen können.
Um die besten Ergebnisse bei der Anwendung von Retinol zu erhalten, ist es ratsam, die Konzentration schrittweise zu erhöhen. Man beginnt mit einer niedrigen Konzentration von 0.1 % bis 0.3 % und steigert sie allmählich, um Hautirritationen zu vermeiden. Bei unerfahrener oder empfindlicher Haut sind niedrige Konzentrationen ideal, während mittlere Konzentrationen von 0.5 % für schnellere Ergebnisse geeignet sind.
Bei hartnäckigen Problemen wie tiefen Falten oder Aknenarben kann unter ärztlicher Aufsicht eine höhere Konzentration von 0.5 bis 1 % in Betracht gezogen werden. Letztendlich hängt die beste Dosierung von Ihrer individuellen Hautverträglichkeit und Ihren spezifischen Bedürfnissen ab.
Retinol bietet ein beeindruckendes Spektrum an Vorteilen für die Haut, von der Verringerung feiner Linien und Falten über die Verbesserung der Hautstruktur bis hin zur Behandlung von Akne. Es ist daher ein wirksamer Bestandteil eines ausgewogenen Hautpflegeprogramms, das die Hautstruktur verbessern und für ein strahlendes Aussehen sorgen kann.